Knoll Schwertransporte mit 150 Tonnen über die Salzach

Gegen 15.30 Uhr setzt sich der MAN in Bewegung – langsam lenkt der Fahrer Sigi Lesiak, der bereits seit 21 Jahren bei der Firma Knoll arbeitet, das 150 Tonnen schwere Gespann in Richtung Abladestelle. Eine neue Stahlbrücke soll wenige Meter neben der in die Jahre gekommene Brücke demnächst die LKW`s  über die 50 Meter tiefer verlaufende Salzach führen.

Rund 9 Stunden zuvor. Die letzten Vorbereitungen für den Transport laufen bereits. Die beiden Brückenträger stehen an der Zufahrt zum Zementwerk LEUBE im österreichischen Golling. Dort wurden in den letzten Wochen vier 29 Meter lange Stahlteile zu zwei 58 Meter lange und 3,20 hohe Brückenträger verschweißt und lackiert. Bereits in den frühen Morgenstunden traf das Team der Firma Knoll an der Ladestelle ein. Gemeinsam wurde der 220 Tonnen Liebherr Kran ballastiert. Dazu ist auch Inhaber der Firma, Erich Knoll, eigens mit einem vierachsigen Mercedes SK und Ballastauflieger angerückt. Bei so einem Transport, wird in dem Familienunternehmen jeder Mann benötigt. Ungewohnt für Anfang September war trotz Sonnenschein, ein eiskalter und starker Wind. Bei Golling jedoch durch die Berge nichts Ungewöhnliches. Routiniert wurde das sechsachsige Nachläufer Modul von Goldhofer mit dem Kran abgeladen und in Position gebracht. Eigens für den Transport der Brückenträger wurde zwei Halterungen, sogenannte Konsolen angefertigt. Die stammen wie auch die gewaltigen Brückenträger, von der Firma GMT Wintersteller Stahlbau aus Kuchl. Beim Aufsetzen auf die Schwerlastmodule kam es dann auf jeden Millimeter an. Sollten die Konsolen nicht genau mit den Löchern für die Sicherungsschrauben passen, wäre es zu Verzögerungen gekommen. Aber die Männer in der Werkstatt hatten gute Arbeit geleistet und alles passte genau. Gegen 9 Uhr traf dann ein weiterer 300 Tonnen Kran der Firma Rachbauer aus Straßwalchen ein, der von Knoll zusätzlich beauftragt wurde. Bis auch dieser einsatzbereit war, ist es bereits mittags und der starke Wind hat sich zum Glück gelegt. „Bei dem Wind am Vormittag mit Spitzen von 80km/h ist ein Heben der großen Brückenträger unmöglich“, erklärte der Kranfahrer.

Sigi gibt das Kommando zum Heben und hat alles im Griff

Nach einer warmen Mahlzeit in der Kantine des Zementwerks, konnten die Männer gestärkt mit den Verladearbeiten beginnen. Langsam  hebten die beiden Kranfahrer Giuseppe Lindner und Dominik Hauser den ersten Brückenträger auf eine Höhe von rund drei Meter an. Mit einem kleinen Radlader wird das Nachläufermodul unter dem hinteren Teil des Brückenträgers positioniert. Beim Aufsetzen des Trägers in die Konsole wurde dann „Manpower“ gefordert. Mit Eisenstangen mussten die Männer etwas nachhelfen. Als nächstes wurde eine sogenannte Schlauchwage an dem Brückenträger verbaut. So nennt man einen durchsichtigen Wasserschlauch, der mit Wasser befüllt wird und anhand von zwei Markierungen zeigt, ob der Brückenträger noch gerade ist. Bei der Höhe könnte eine leichte Schieflage schnell zum Kippen der kompletten Einheit führen, erklärte Sigi, der als Fahrer und Projektleiter fungierte. Nach dem ersten Streich folgt auch gleich der Zweite. Nun musste der Brückenträger mit gleichem Aufwand auf das Vorläufermodul gesetzt werden.

Um 16.30 Uhr waren Sigi und sein MAN abfahrbereit. Nach nur 50 Meter ging es schon auf die alte Brücke über die Salzach. Hier zählte jeder Zentimeter. Ein Verkehrszeichen musste kurzerhand entfernt werden. Dann ging es auch schon weiter. Recht schnell war man dann am Ziel und stand mit dem neuen Brückenträger auf der alten Brücke, die bald Geschichte sein wird. Nun mussten sich beide Kräne noch umstellen. Der Kran der Firma Knoll musste nur nachrücken. Während der zweite Kran komplett abgebaut, durch Golling auf die andere Seite der Salzach fahren und wieder neu aufgebaut werden musste. Nun war es früher Abend und der Wind hatte wieder so stark eingesetzt, dass man sich gemeinsam dafür entschied, den Brückenträger erst am Dienstag einzusetzen. Auch am nächsten Tag konnte man auf Grund des starken Windes erst gegen Mittag mit den Kranarbeiten beginnen. Drei Stunden dauerte es, bis der Träger an seinem Bestimmungsort montiert war. Dann das Ganze noch einmal. Der zweite Träger musste auch noch mit gleichem Aufwand über die Schlucht.